Prüfungsvorbereitung HPP - Teil I

Die Prüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie besteht bekanntlich aus einem schriftlichen Teil mit 28 Fragen und einer mündlichen Prüfung. Ich werde aller Voraussicht nach meine Prüfung im Oktober ablegen und fühle mich darauf zu diesem Zeitpunkt angemessen vorbereitet. Ich bin noch nicht mit allem durch, aber ich liege gut in der Zeit. Stofflich muss ich noch in die Tiefe, Angst vor der Prüfung habe ich lange nicht mehr.

 

Wie bereitet man sich am besten auf diese Prüfungen vor? Das hängt davon ab, was für ein Lerntyp ihr seid. Wichtig ist aber immer eine kontinuierliche Vorbereitung; besser täglich etwas lernen, als einmal in der Woche für Stunden. Ihr solltet auch verschiedene Sinne sowie Techniken verwenden, um ein kognitives Netz aufzubauen. Ich lerne folgendermaßen:

 

Bücher lesen: dies ist die wichtigste Methode für mich, um alles in einen Zusammenhang zu bringen. Ergänzt wird dies duch Hörbücher.

Youtube-Videos: Vorlesungen zu den verschiedenen Krankheiten, Praxisfälle, Dokumentationen zu Themen wie Alkohol, Drogen, Demenz, Pflege, Schizophrenie, sämtliche Persönlichkeitsstörungen, ihr findet beinahe alles gut erklärt.

Karteikarten: Das wichtigste muss aufgeschrieben werden, bei einigen Sachen kommen wir um das stumpfe einpauken nicht umher.

Lehrbriefe als mp3 aufnehmen und im Auto auf dem Weg zur Arbeit hören: so bediene ich zusätzlich meinen auditiven Kanal.

ICD-10 Diagnosekriterien abschreiben: auch wenn 2022 die ICD-11 herauskommt, sollte solange zumindest der vordere Teil der Codierung bekannt sein. Es hilft bei der Diagnose und strahlt Kompetenz aus.

Kreuzen: Es gibt eine App für Heilpraktiker von Isolde Richter (kostenlos), außerdem kann ich Likamundi.de empfehlen, dort ist ebenfalls eingeschrämkt auf drei Fragen pro Durchgang kreuzen möglich. Mit Premiumaccount können Erklärungen zu allen Fragen freigeschaltet werden. Für einen Monat lohnt sich das sicher. Bei beiden Apps können komplette Prüfungen gekreuzt werden.

 

Besonders wichtig sind jedoch praktische Erfahrungen. Ich habe ein Jahr im Bundesfreiwilligendienst mit psychisch behinderten Menschen in einer Werkstatt ergotherapeutisch gearbeitet. Außerdem habe ich ein Praktikum im Krankenhaus absolviert und beginne demnächst eine Ausbildung zum examinierten Altenpfleger. Im Rahmen dieser Ausbildung habe ich 12 Wochen Arbeit in der Gerontopsychatrie vor mir. Dazu möchte ich auch noch ehrenamtlich bei der Telefonseelsorge arbeiten. Dort wird man innerhalb von 2 Jahren 250 Stunden in Gesprächstherapie ausgebildet und supervisorisch begleitet.

 

Stichwort Supervision: sucht euch am besten bereits jetzt jemanden, mit dem ihr später Fälle bespricht. Wir HPPs absolvieren keine Ausbildung mit Lehrgesprächen wie Psychotherapeuten, nach einer relativ kurzen Ausbildung ist das bei uns Training on the Job. Ohne Unterstützung durch erfahrene Kräfte schaden wir irgendwann sicher einem Patienten. Diese Gefahr besteht übrigens auch, wenn wir selbst keine Therapie absolviert haben. Unser Geist muss frei sein von möglichst vielen Belastungen. Da wir sozusagen eine Müllhalde für den Mist anderer Leute sind, müssen wir uns auch regelmäßig entgiften. Ein guter Therapeut achtet auf Psychohygiene und begibt sich sozusagen in Dauerbehandlung. Im Idealfall verwendet ihr in so einer Therapie die Methode, mit welcher ihr auch arbeitet, um sie selbst zu erleben. Eure Therapiemethode solltet ihr gründlich in mehreren Seminaren gelernt und praktisch erprobt haben, ein einziges Wochenendseminar reicht nicht aus!

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