Schlafstörungen im Schichtdienst - wenn der Biorhythmus verrückt spielt

 

Schichtarbeiter können ein Lied davon singen: In der Nachtschicht fällt es tagsüber schwer, Schlaf zu finden. Hat man sich erst daran gewöhnt, kommt ein Schichtwechsel, und die Schlafstörung geht von vorne los. Nur ist es diesmal der Schlaf in der Nacht, der Probleme bereitet. Aber warum ist das so?

 

Unsere innere Uhr

Wir folgen einer inneren Uhr, die nicht nur den Tag-Nacht-Rhythmus, sondern auch Arbeits- und Ruhephasen festlegt. Diese innere Uhr orientiert sich an der Lichtverteilung und hat urgeschichtliche Wurzeln. Im Winter gibt es weniger Sonne und längere Ruhezeiten minimierten den Energiebedarf. Das hat früher unser Überleben gesichert. 

Diese innere Uhr ist aber nicht nur für den Schlaf-Wach-Rhythmus zuständig, sie bestimmt auch den Aktivitätszyklus, die Nahrungsaufnahme, ja sogar die Körpertemperatur. Werden wir durch äußere Einflüsse gezwungen, unseren natürlichen Rhythmus zu unterbrechen, kommt es zwangsläufig zu einer Störung. Eine Schlafstörung zählt zu den häufigsten Problemen, die beispielsweise nach einem sogenannten Jet-lag oder im Schichtdienst auftritt (Zeitverschiebung bei Auslandsflügen).

Biorhythmus ist keine feste Größe

Unser Biorhythmus sagt uns, wann wir aktiv sein können, wann unser Körper Ruhe braucht und er steuert unsere Körperfunktionen. Das äußert sich in tageszeitabhängigem Blutdruck, Körpertemperatur oder hormonbedingten Zyklen. Während man lange Zeit dachte, dass dieser Rhythmus von außen vorgegeben ist, weiß man heute, dass unsere "innere Uhr" durch die Ausschüttung von Melatonin und andere Prozesse gesteuert wird.

Das bedeutet aber nicht, dass die innere Uhr für jeden gleich tickt. Es gibt verschiedene "Zeittypen". Manche sind eher Morgenmenschen, andere dagegen bis tief in die Nacht hinein munter und dafür echte Langschläfer. Ignorieren Sie das, ist eine Schlafstörung vorprogrammiert.

So hängen Schichtdienst und Schlafstörung zusammen

Da Ihre innere Uhr durch interne ablaufende Prozesse gesteuert wird, können Sie Ihren Körper nicht überlisten. Zwar können Sie das Zimmer nach der Nachtschicht abdunkeln. Aber Ihr Körper weiß trotzdem, dass jetzt nicht die Zeit ist, zu schlafen. Ebenso signalisiert er um eine bestimmte Uhrzeit, dass er jetzt Ruhe braucht. Das macht die Umstellung im Schichtdienst so schwierig: Nachts werden Sie müde. Ihre Konzentration und Leistungsfähigkeit nimmt rapide ab. Haben Sie diesen Punkt jedoch überwunden, fährt Ihr Körper wieder hoch. Wenn Sie morgens dann endlich nach Hause kommen und sich ins Bett legen, sagt Ihre innere Uhr: Jetzt ist Wach-Zeit.

Natürlich hält Ihr Körper das nicht ewig durch. Er stellt sich in der Regel nach kurzer Zeit um und holt sich den dringend benötigten Schlaf. Allerdings ist der nicht so erholsam wie der biorhythmisch "richtige" Schlaf. Schlafstörung im Schichtdienst lässt sich also nicht gänzlich vermeiden. Wenn Sie aber (wenn möglich) einige Dinge beachten, können Sie die Auswirkungen zumindest verringern. 

Finden Sie heraus, ob Sie eher Typ "Lerche" (Morgenmensch) oder Typ "Eule" (Nachtmensch) sind und lassen Sie sich entsprechend eher für Früh-, Spät- oder Nachtschichten einteilen. Nach den Nachtschichten benötigt Ihr Körper mehrere Tage, um sich zu erholen. Bewährt hat sich das Modell der Nachtschwester - fünf bis sieben Tage Schicht und anschließend wieder fünf bis sieben Tage frei.